Von der Pflicht zu führen
Der Titel ist Programm und stammt von Manfred Bueb, dem langjährigen Leiter eines der bedeutendsten Internatschulen in unserem Land.
Ich bin sehr einverstanden wenn er sagt: "wonach die Menschen sich sehnen ist:"
und viel Gerechtigkeit.
Kurzum, sie sehnen sich nach Führung.
Diese Sehnsucht bleibt oft unerfüllt, weil Eltern, Vorgesetzte Manager, Selbstständige - die Ihnen anvertrauten Kinder, Erwachsenen Mitarbeiter nicht führen wollen oder und das ist besonders tragisch nicht führen können, mangels Bildung und Kompetenz.
Ja, Führung ist eine Frage der Bildung. Dieser Mangel an Führung betrifft die Familie, setzt sich fort in der Schule, im beruflichen Alltag und auch in den Fach- und Hochschulen und in der Politik.
Politiker glauben zu sehr an Strukturen. Sie meinen irrtümlich Menschen glücklich machen zu können, wenn sie ökonomische politische, juristische Bedingungen kreieren. Sie nennen das Rahmenbedingungen Es sind aber nicht Strukturen, die das Leben Lebenswert machen, sondern Menschen mit Herz und Verstand und einer guten Gesinnung. Menschen suchen Menschen denen sie vertrauen können, die Ihr Vertrauen nicht enttäuschen gründend auf einem humanistischen vom Christ sein geprägten Menschenbild und dies vorbildhaft leben. Soweit Manfred Bueb.
So gesehen birgt sich aus meiner Sicht hinter der gegenwärtig widerwärtigen, erlebbaren Wirtschafts- und Finanzkrise in Wahrheit eine eklatante Führungskrise mit großen Beschädigungen des Vertrauens, des Fundaments also, auf das Führung aufbaut.
Ein Blitzlicht noch für zwei Begriffe, die es verdienen, sie genauer anzuschauen.
Es geht um Management und Führung oder die zwei Unzertrennlichen. Management gestaltet – Führung führt.
Beim Schreiben dieses Textes wird mir das gerade wieder anschaulich bewusst gemacht. Ein Reitstall ist zu managen ein Pferd ist zu führen und will geführt werden.
Wenn ich heute verdenglischten Begriffe wir z. b. Kundenmanagement höre oder lese, dann ist das für mich höchst verwerflich übrigens auch sehr unerotisch- denn Kunden oder Mitarbeiter, also Menschen sind schon gestaltet , sie kann man nicht managen, nur führen und sie wollen auch geführt werden.
Sie brauchen und sehnen sich nach Orientierung, Geborgenheit und Hinführung zu guten Entscheidungen.
Meist sind wir in der Doppelrolle. Das sollte uns sehr bewusst sein.
Wir gestalten unser Leben und führen uns und die uns anvertrauten durchs Leben. Dazu braucht man Kraft. Deshalb ist in meinen Augen die Bezeichnung „Führungskraft“ sehr zutreffend.
Bei näherer Betrachtung ein höchst energetischer Begriff.
Da drängt sich mir die Frage zwangsläufig auf, woher kommt die Kraft, woher nehmen die Führungskräfte die Kraft?
Dazu gibt es wohl keine allgemein gültige, für alle richtige Antwort.
Eine für mich und mein Leben als Unternehmer und Führungskraft gute Wegweisung gab mir U-Thant Generalssekretär der Vereinten Nationen in New York 1970 , Burmese aus Rangun in dem er postuliert worauf wir Führungskräfte besonders zu achten haben. Wir sollten gute, achtsame Gärtner unserer drei Beete Körper _ Geist – und Seele sein. Ein schönes Bild!
Wir brauchen die Entspannung neben der Spannung, Auszeiten für unseren Körper, Inputs, gute Nahrung für unsere Geist und Streicheleinheiten für unsere Seele. Ich nenne das – medi-aktiv – leben, die Benediktiner würden sagen: ora et labora. Beides gehört zusammen.
Der Kopf wird immer noch vom Körper getragen. Vergessen wir das nie.
Szenenwechsel.
Schauen wir die Persönlichkeit der Führungskraft in seiner Grund-Struktur genauer an, so bilden das Fundament einer guten Führungskraft zwei Merkmale oder Tugenden, nämlich Vorbild und Integrität.
Vorbild. Wir können von anderen doch nur das verlangen, was wir selbst vor-leben. Es ist die alte Weisheit der „goldenen Regel“ die hier greift.
Schlechte Vorbilder ziehen schlechte Nachbilder nach sich. Anders geht es nicht in voller Konsequenz. Hier in diesem Punkt erleben wir die größten Sünden in Politik, Wirtschaft, Management und jüngst auch und wieder in der Kirche.
Integrität. Das heißt nichts anderes als morgen so sein wie heute.
Ich bin kein Schauspieler, dass ist ein ehrenwerter Beruf, ich bin ein Darsteller, eben kein Schauspieler. Aus. Sich treu bleiben, keine Marionette sein, gespielt gezupft gelenkt von anderen.
Martin Luther ist uns zu diesem Punkt ein gutes Beispiel wie er in den Dom zu Worms einzog um seine Thesen vorzutragen.
Hier bin ich, hier stehe ich – ich kann nicht anders, Gott helfe mir,.Amen!. Mit diesem Standpunkt ohne zu wackeln ging er in den klerikalen Fight und veränderte mit seinen Thesen die Welt.
So weit die Overture.
Jetzt aber Vorhang auf für`s Führen in der Fragestellung:
-
Wen führe ich, welches sind meine Wirkfelder meines
Führungs-Handelns?
1. Akt. Führung beginnt bei mir selbst.
Alle Mechanismen des guten Führens gelten zu aller erst für mich selbst. Hier bin ich Vorbild und stehe auf dem Prüfstand.
2. Akt. Führung in meinem sozialen Netz.
Hier werde ich angemessener weise etwas klein-laut, denn Führung von Lebenspartner, Führung in der Familie, mir Brüdern und Schwestern, Freunde Bekannte Nachbarn ist oft verdammt schwierig. Das gebe ich unumwunden zu. Jedenfalls um Längen schwieriger als mit fremden Menschen.
Dennoch – bei all den möglichen und realen Schwierigkeiten, worauf ist hier in diesem Bereich besonders zu achten?
Ich möchte 4 Verhaltensweisen hervorheben.
Liebenswürdigkeit – Konfliktfähigkeit – Aussöhnungsbereitschaft, verzeihen können, Großzügigkeit.
Ganz reduziert: achten auf das „liebe Wort“. Wie man in den Wald hinein ruft… Sie kennen das, das gilt hier im Besonderen.
3. Akt. Wirkung in die Unternehmens-Entwicklung.
Unternehmens-Entwicklung kostet Kraft und braucht daher richtiger-weise keine Mimosen, sondern kompetente Kraft-volle Führungskräfte.
Es geht hierbei um Positionierung, Marketing, Spannung erzeugen.
Ist ein Unternehmen nicht mehr spannend wird es vom Markt weggefegt. Aus. knallhart, aber wahr.
Dabei geht es um die Sorge, ja Verantwortung für´s Ein- und Auskommen, um´s tägliche Brot!
Die Fähigkeiten hier erfolgreich zu sein sind:
Kommunikations-Kompetenz, herausragende Meetingkultur, offen sein für Ideen und Verbesserungen. excellente Büro-Arbeit im Sinne von Prozessmanagement und Controlling
Hier wird der Führungskraft viel abverlangt und es wäre sehr zu wünschen wenn Führungskräfte endlich sich beurteilen ließen um zu sehen wir gut oder miserabel sie sind.
Ich selbst lasse mich seit 19 Jahren vorbildlich von meinen engsten Mitarbeitern beurteilen. Wenn Sie mögen liebe Leser, ich stelle Ihnen gerne den von mir entwickelten Bogen als PDF Kartei zur Verfügung.
Hier können wir vom Leistungssport lernen. Wir sollten nie aufhören zu lernen. Wir brauchen gute Coachs und viel Ausbildung, & Training. In einem Wort „Bildung“ .Ja, Führung ist eine Frage der Bildung und deshalb richtiger weise Thema No 1 in unsere punktuellen Bildungs-Diaspora.
4. Akt. Führung meiner mir anvertrauten Menschen.
Hier möchte ich aus dem ungewöhnlichen Buch „das Hirten-Prinzip“ das ich in meinem Leben als das zutreffendste Buch zu diesem Thema ernenne, die 7 Regeln guter Führung in unserer Rolle des „ guten Hirten“ aufführen und kurz beleuchten.
(Quelle: das Hirtenprinzip ISBN 978-3-579-06508-3)
1. Entdecke das Format , den Typus Deiner Schafe.
Im Klartext. Achte sensibel auf die Rekrutierung, vor allem bei der Bestallung Deines „Leitschafs“, das eine jede Führungskraft braucht.
Wie heißt es deshalb so schön und zutreffend:
Hinter einem starken Mann steht eine Klasse Frau und umgekehrt.
Es geht um Passigkeit, um das Menschliche, um die berühmte Chemie!. Die Frequenzen sollten stimmen sonst gibt es keinen Chorgeist. Fachliche Defizite werden durch die Praxis, Coaching und Aus- und Weiterbildung ausgeglichen.
Achte mit großer Sorgfalt auf die Team-Entwicklung. Achte auf den Typus Deiner Schafe und gebe jedem Wertschätzung, Wertschätzung, Wertschätzung-und nochmals Wertschätzung.
Hier können wir lernen vom dem unverstellten Instinkt eines jeden guten Hundes. Er freut sich immer, jeden Morgen bei jeder Wiederkunft- er wedelt mit dem Schwanz und sagt so auf seine weise danke, schön, dass du da bist und was machen wir sofort als Feedback, wir streicheln liebevoll.
Geben und nehmen sind immer eins. Aber erst geben, lernen wir bittschön von der Natur.
2. hilf Deinen Schafen sich mit dir zu identifizierten.
Gewinne das Vertrauen. Das ist die Grundlage, denn ohne Vertrauen läuft in Sachen Führung nichts, gar nichts.
3. gewährleiste die Sicherheit des Weideplatzes
Informiere gut, vermittle Sinn für Sinnvolles Tun
-schlachte Meckerer zu Gulasch. Die ewig Unzufriedenen mit dem stetigen Blick auf das bessere Grün der Nachbarwiese, die mit dem Vorhandenen nicht in Frieden leben können, mach Gulasch draus, schlachte sie mit aller Konsequenz. Sei auch hier ein Vorbild.
lass Problemen kein Schwären, bekämpfe Mobbing – Zeit-nah.
4. Zeig Deinen Stab mit dem du führst.
Geh voraus, nimm Haltung Deiner Dir zustehende Position ein und zeige mit großer Ausstrahlung Deinen Status.
Überzeuge, zwinge niemand zu etwas. Zeige, dass ein Versagen kein Weltuntergang ist. Erlaube Fehler machen zu dürfen aus denen wir für´s Leben lernen.
5. Setze Deinen Stecken ein, mit dem du korrigierst.
Beschütze! Spring in die Bresche und kämpfe für jedes Deiner Schafe.
Weise zurecht, hau aber auch den nervigen Abweichlern zum Disziplinieren mal ein s zwischen die Hörner.
Überprüfe! Schau regelmäßig nach Deinen Schafen und kümmer dich darum, wie es Ihnen geht.
6. zeige und lebe ein gutes Herz
Lächle, zeige Deine Liebe zu Deinem Job.
Hab ein Herz für Deine Schafe, lege Deine Liebe, Dein Herz in Deine Worte in Deine Ausstrahlung und es entsteht jener wunderbare Chorgeist den wir bei einem großen Konzert spürbar erleben. Es ist Dein Atem, für den Du verantwortlich bist. Du gestaltest Deine Ethik, dafür bist du verantwortlich.
Hier liegt des Pudels Kern in unserer aktuellen Krise. Die Ethik stimmt bei vielen Verantwortlichen nicht oder es war und ist gar keine da. Noch schlimmer.
Und all dein gutes Tun, Deine gute Führung führt zu dem was keiner geschenkt bekommt: Vertrauen.
Hier darfst du Deine dir anvertrauten Menschen nicht enttäuschen. Dann kannst du getrost abends in den Spiegel schauen und lächeln und ganz leise dir zuflüstern: "ich bin ein wahrhaft guter Hirte".
Hans Georg Dörr
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